
Die Karsten-Nendel-Stiftung in Siersburg geht einen weiteren Schritt in Richtung internationaler Zusammenarbeit:
Erstmals ist die Stiftung offiziell als Arbeitsstätte für das französische Pendant zum Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) gelistet. Mit Julia Schallenberg absolviert nun die erste Teilnehmerin dieses Programms ihr Freiwilligenjahr im Projekt „Ökologische Aufwertung des Itzbachtals“.
Die Stiftung engagiert sich seit Jahren aktiv im Naturschutz und in der nachhaltigen Entwicklung der Kulturlandschaft rund um den Itzbach. Dazu zählen unter anderem extensive Landwirtschaft, Pflege von Grünflächen, Gehölzarbeiten, Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität sowie praktische Naturschutzarbeit direkt vor Ort. Das Freiwilligen Ökologische Jahr hat sich dabei als wertvolle Unterstützung etabliert – sowohl für die Projekte der Stiftung als auch für die persönliche und fachliche Entwicklung der Teilnehmenden.
Mit der Aufnahme in das französische Freiwilligenprogramm wird dieses Engagement nun auf eine grenzüberschreitende Ebene erweitert. Das französische Pendant zum deutschen FÖJ verfolgt ähnliche Ziele: jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich praktisch im Umwelt- und Naturschutz einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und wertvolle Erfahrungen in ökologischen Projekten zu sammeln – oft auch außerhalb des eigenen Landes.
Julia Schallenberg ist im Itzbachtal aktiv in die laufenden Maßnahmen eingebunden und lernt dabei sowohl die naturschutzfachlichen Grundlagen als auch die Besonderheiten der Stiftungsarbeit kennen. Der Austausch über Ländergrenzen hinweg bereichert dabei nicht nur die praktische Arbeit, sondern auch das gegenseitige Verständnis für Umwelt- und Naturschutz in Europa.
Die Karsten-Nendel-Stiftung freut sich über diese neue Form der Zusammenarbeit und sieht darin eine wertvolle Ergänzung zu den bestehenden FÖJ-Angeboten. Sie unterstreicht den offenen, zukunftsorientierten Ansatz der Stiftung und stärkt zugleich den europäischen Gedanken im praktischen Naturschutz.

Mit dem Beginn des neuen FÖJ-Jahres gibt es auch im Projekt „Ökologische Aufwertung des Itzbachtals“ einen personellen Wechsel:
Lukas Robinius (18) aus Haustadt hat zum 01. September 2025 sein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ 2025/26)bei der Karsten-Nendel-Stiftung begonnen und übernimmt damit die Aufgaben von Joelle Schmitz (19) aus Bous, die ihr FÖJ 2024/25 erfolgreich abgeschlossen hat.
Das Freiwillige Ökologische Jahr ist inzwischen ein fester Bestandteil der Stiftungsarbeit in Siersburg. Bereits zum dritten Mal unterstützt eine FÖJ-Kraft die praktische Umsetzung der ökologischen Ziele im Itzbachtal. Die Teilnehmenden erhalten dabei einen intensiven Einblick in extensive Landwirtschaft, aktive Naturschutzarbeit sowie die Pflege und Entwicklung wertvoller Landschaftsbereiche.
Joelle Schmitz hat sich im vergangenen Jahr mit großem Engagement eingebracht und das Projekt spürbar mitgeprägt. Für ihren Einsatz gebührt ihr ein herzlicher Dank. Besonders erfreulich ist, dass sie der Stiftung auch nach dem offiziellen Ende ihres FÖJ verbunden bleibt und – soweit es ihre Zeit erlaubt – weiterhin unterstützend mitarbeitet. Im Anschluss an ihr FÖJ beginnt Joelle nun eine Ausbildung als Malerin, für die wir ihr alles Gute wünschen.
Dass dieses Engagement keine Ausnahme ist, zeigt auch das Miteinander innerhalb der Stiftung: Sowohl Julius Thieme (FÖJ 2023/2024) als auch Joelle sind immer wieder gern gesehene Gäste im Itzbachtal und packen bei Bedarf mit an. Dieses nachhaltige Verhältnis spricht für den besonderen Charakter der Arbeit bei der Karsten-Nendel-Stiftung.
Mit Lukas Robinius gewinnt das Projekt nun erneut motivierte Unterstützung. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit im FÖJ-Jahr 2025/26 und wünschen Lukas einen erfolgreichen Start, viele neue Erfahrungen und eine spannende Zeit im Itzbachtal.
Siersburg, Sommer 2025 – Die Karsten-Nendel-Stiftung freut sich über einen besonderen Neuzugang: Das helle Galloway-Rind „Lisl“ verstärkt seit Kurzem die Herde, die im Itzbachtal für naturnahe Landschaftspflege sorgt.
Die robusten Galloway-Rinder stammen ursprünglich aus Schottland und sind bekannt für ihre Anspruchslosigkeit. Sie benötigen weder Stall noch Zufütterung, kommen ganzjährig auf der Weide aus und schonen dabei den Boden. Durch ihr Grasen halten sie Flächen offen, verhindern Verbuschung und fördern die Artenvielfalt. Besonders die kleineren, kompakten Galloways eignen sich gut für die Beweidung sensibler Naturflächen wie im Itzbachtal.
Das Itzbachtal bei Siersburg ist eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft aus Feuchtwiesen, Hecken und naturnahen Bachläufen. Die Beweidung mit Galloways trägt entscheidend dazu bei, die artenreichen Wiesen zu erhalten und Lebensräume für seltene Insekten, Amphibien und Vögel zu sichern.
Mit Projekten wie der Galloway-Weide im Itzbachtal setzt die Karsten-Nendel-Stiftung ihre Arbeit für den praktischen Naturschutz fort. Tiere wie „Lisl“ sind dabei mehr als nur Weidetiere – sie sind Botschafter für eine nachhaltige und ökologisch wertvolle Form der Landschaftspflege.
Linum, 25. Juni 2025 – Bei einer Beringungsaktion in den Linumer Teichen konnten drei junge Fischadler (Pandion haliaetus) am Horst eines abgestorbenen Pappelstamms untersucht werden. Zwei Jungvögel – 830 g und 990 g schwer – erhielten jeweils einen Farbring (PC68/PC69) sowie Höhenringe. Der dritte, mit 650 g jüngste Vogel, war noch zu klein für die Beringung. Alle drei Jungtiere befinden sich in gutem Ernährungszustand, etwa 3,5–4,5 Wochen alt.
Biologe Henry Lange (LK OPR) zeigte sich zufrieden: „Eine erfreuliche Nachwuchsrate – die Adler haben das Gebiet erneut erfolgreich zur Brut genutzt.“
Die Linumer Teiche sind Teil des europäischen Vogelschutzgebiets Rhin-Havelluch und zählen zu den wichtigsten Rastplätzen für Kraniche und Wildgänse in Mitteleuropa. Doch auch Greifvögel wie See- und Fischadler finden hier reichlich Nahrung und sichere Brutplätze.
Ein wichtiger Partner im Schutz dieser Lebensräume ist die Karsten-Nendel-Stiftung, die sich seit Jahren für den Erhalt von Greifvögeln engagiert. In Zusammenarbeit mit regionalen Naturschützern errichtet sie Nisthilfen und unterstützt Forschungs- und Schutzmaßnahmen – auch in Linum.
Der Fischadlerbestand in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten zwar erholt, bleibt aber weiter schutzbedürftig. Jeder erfolgreiche Brutnachweis wie in Linum ist daher ein wertvoller Beitrag zum Erhalt dieser eindrucksvollen Art.
Tipp für Naturfreunde: Ein Besuch der Linumer Teiche im Herbst bietet unvergessliche Einblicke in die Vogelwelt – von tausenden Kranichen bis hin zu jagenden Adlern.