Schulung und Kompetenzzentrum der Karsten-Nendel-Stiftung

“ TAG    DER    OFFENEN    TÜR “

Den landschaftlichen Reiz des Itzbachtals in Siersburg wissen insbesondere die Wanderer zu schätzen. Der Wert von Natur und Umwelt dieses Gebietes an den Hängen und am Fuße von Hoesberg, Limberg und Königsberg steht bei Naturliebhabern hoch im Kurs.

Eine weitere ökologische Aufwertung der Landschaft im Itzbachtal erarbeitet nunmehr bereits im 6. Jahr ein qualifiziertes Projekt der Karsten Nendel (Natur-) Stiftung. Der Wochenspiegel hat bereits einige Male darüber berichtet. 

Der Anstoß zu dem Maßnahmen-Paket ‘Naturschutz im Itzbachtal ‘ geht zurück auf eine Initiative u.a. vom heutigen Projektleiter im Itzbachtal und Vorstandsmitglied der Nendel Stiftung, Andreas Kiefer, und auf den früheren Bürgermeister der Gemeinde Rehlingen-Siersburg Martin Silvanus. Neben anderen haben sie bereits vor mehr als 10 Jahren auf das Problem zunehmender Verbuschung im Itzbachtal und die resultierenden negativen Auswirkungen auf die dortige Ökologie und das Landschaftsbild hingewiesen.

Die Anregung fand schließlich sehr erfolgreich die Unterstützung der von Karsten Nendel (im Jahre 2024 verstorben), dem Gründer der gleichnamigen Stiftung,  und dem damaligen saarländischen Umweltminister Reinhold Jost.

Das Projekt ‘Ökologische Aufwertung des Itzbachtals‘ revitalisiert die landschaftliche Vielfalt des Gebiets, in dem sich offene Landschaftsteile, wie Wiesen und Weiden, sowie Flächen mit strukturiertem Bewuchs, z. B. Streuobstwiesen, und solche mit dichterem Bestand an Bäumen und Sträuchern wie auch Feucht- und Nassbereiche in ihren jeweiligen Wertigkeiten ergänzen sollen.

Der Wechsel verschiedenartiger Landschaftsstrukturen befördert die Diversität in Flora und Fauna. Eine solche Vielfalt zu schaffen und zu bewahren, ist die Hauptaufgabe des Projektes der Karsten Nendel Stiftung, die die Maßnahmen mit personellem, maschinellem und hohem finanziellem Aufwand sowie mit Hilfe vierbeiniger Helfer/innen, Schafe, Ziegen, Rinder, sehr erfolgreich erarbeitet.

Von besonderem Wert sind spezielle Teilmaßnahmen, wie die Schaffung eines ‘Eidechsenparadieses‘ zum Schutze der selten gewordenen Zauneidechse und der Bau eines großen Freiland-Terrariums zur Bestandsmehrung von vom Aussterben bedrohten Amphibien-Arten.

Um die Arbeitsbedingungen ordnungsgemäß zu verbessern, hat die Karsten Nendel Stiftung, die auch als landwirtschaftlicher Betrieb anerkannt ist, nunmehr in Siersburg in der Gisinger Straße ein neues Betriebsgebäude errichtet, das am Freitag, 29. Mai, in Anwesenheit u.a. von Ministerin Petra Berg (Umwelt) und Minister Reinhold Jost (Inneres) sowie Claas Nendel (Vorsitzender der Karsten Nendel Stiftung) eingeweiht wird.   

Es schließt sich am Samstag, 30. Mai, ab 15 Uhr ein ‘Tag der offenen Tür‘ an. Hierzu ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Die Besucher/innen werden sowohl informiert über das Naturschutzprojekt im Itzbachtal wie auch über das neue Betriebsgebäude, das “Schulungs- und Kompetenzzentrum der Karsten Nendel Stiftung“. Mit Musik, einem kleinen Imbiss wie auch Getränken bedankt sich die Stiftung für das Interesse ihrer Gäste.

Foto: Martin Silvanus

Unser Foto zeigt eine kleine Gruppe von Schafen aus einer größeren Herde, die gemeinsam mit Ziegen und Rindern wichtige Helfer in der Landschaftspflege im Itzbachtal sind.

Naturschutz Grenzenlos

Quelle: Amtsblatt der Gemeinde Rehlingen-Siersburg

Junge Französin macht Freiwilliges Jahr

Pressebeitrag der Saarbrücker Zeitung vom 17./18.01.26

Eine junge Französin aus der Normandie absolviert bei der Karsten-Nendel-Stiftung im Itzbachtal in Siersburg ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Die SZ sprach mit ihr über ihre Erfahrungen.

Die 19-jährige Französin Julia Schallenkammer absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Itzbachtal in Siersburg. Unser Foto zeigt sie beider Fütterung der Schafe. Foto: Oliver Morguet

SIERSBURG„Nur in Hörsälen zu sitzen und über Natur zu hören, ohne sie zu sehen und zu erleben, hat mir nicht gereicht“, fasst Julia Schallenkammer ihre Beweggründe zusammen, sich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu bewerben. Seit September 2025 arbeitet sie nun bei der Karsten-Nendel-Stiftung in deren Projekt „ökologische Aufwertung des Itzbachtals“.

Wie ihr Name schon vermuten lässt, hat die 19-Jährige aus der Nähe von Caen deutsche Wurzeln. „Ich bin aber als Kind nicht zweisprachig aufgewachsen, meine Muttersprache ist Französisch, obwohl meine Mutter aus Bayern stammt. Ich habe erst auf dem Gymnasium mit zwölf Jahren Deutsch gelernt“, erzählt sie in sehr gutem Deutsch. „Ich habe das deutsch-französische Abitur abgelegt, hatte also Deutsch als erste Fremdsprache und wurde auch in Erdkunde auf Deutsch unterrichtet.“

Nach dem Abitur nahm sie an der Universität in Caen ein Studium der Biologie und Medizin auf, das sie auch nach wie vor verfolgt. „Ich habe mich von klein auf mit Natur und Ökologie beschäftigt. Um neue Erfahrungen zu sammeln und mich beruflich zu orientieren, habe ich nach etwas Neuem gesucht und bin dabei im Internet auf die Karsten Nendel-Stiftung gestoßen.“ Träger des deutsch-französischen ökologischen Dienstes, wie ein Pendant zum deutschen Freiwilligen Ökologischen Jahr in Frankreich heißt, ist die CIFÉE, eine Organisation mit Sitz in Montpellier.

CIFÉE steht für Collectivité Interculturalité Formation Échange Engagement (deutsch: Verpflichtung zum Austausch von interkulturellen Schulungen in der Gemeinschaft). Der Verein konzentriert sich auf Gemeinschaft, Interkulturalität, Bildung, Austausch und Engagement im ökologischen Kontext und hat sich zum Ziel gesetzt, Vorurteile abzubauen und die Verständigung zwischen beiden Ländern zu fördern. Er hat die Karsten-Nendel-Stiftung als Einsatzstelle anerkannt.

Die Stiftung hat sich neben den Projekten „Linumer Teichlandschaft“ in Brandburg und „Polder Bresewitz“ an der Boddenküste Vorpommerns die ökologische Aufwertung des Itzbachtals auf ihre Fahnen beschrieben. Zahlreichen Flächen drohten, nachdem die Landwirtschaft dort aufgegeben wurde, die Verbuschung, was zu einem erheblichen Rückgang der Artenvielfalt führt. Die Stiftung hat in den vergangenen Jahren mehrere Maßnahmen gestartet, um dem entgegenzuwirken.

„Ich habe in Frankreich schon bei zwei Schäfern ein Praktikum und einen Ferienjob absolviert.“ 

Julia Schallenkammer

absolviert Freiwilliges Ökolgisches Jahr

Dazu gehören die extensive Beweidung mit Schafen, Ziegen und Rindern, die Anlage von Hecken für Vögel und die Haltung von 20 Bienenvölkern, außerdem ein Amphibienprojekt (die SZ berichtete) und ein Streichelzoo mit Hühnern und Kaninchen für Kindergartenkinder. Ein Schwerpunkt sind Streuobstwiesen: Die Bäume werden von den Bienen bestäubt, und die Tiere dienen quasi als Rasenmäher.

Schallenkammer arbeitet in allen Bereichen mit, wird aber vor allem bei der Haltung, Fütterung und Pflege der Tiere eingesetzt. Hier kann sie bereits auf wichtige Erfahrungen zurückgreifen. „Ich habe in Frankreich schon bei zwei Schäfern ein Praktikum und einen Ferienjob absolviert“, erzählt sie. Zu ihren täglichen Aufgaben gehört neben der Fütterung, zu kontrollieren, ob genug Wasser und Stroh für die Tiere vorhanden ist, ob die Sicherheitszäune in Ordnung sind und die Tiere zu beobachten, ob es ihnen gut geht.

Glück hatte die junge Französin, dass gerade eine private Ferienwohnung in Siersburg zur Verfügung stand. „Das war für mich eine große Umstellung, denn ein ganzes Ferienhaus ist schon ganz etwas anderes als meine Wohnung zu Hause in Caen.“ Die Wohnung ist auch nicht weit vom Gelände der Stiftung entfernt. Die Wege zur Arbeit und zurück legt sie mit dem Fahrrad zurück, macht aber aktuell gerade in Frankreich auch noch ihren Führerschein. Gerade hat sie die Theorieprüfung in Creutzwald nach nur drei Wochen bestanden. Für umfangreiche Freizeitaktivitäten bleibt neben der, auch körperlich anstrengenden Arbeit, nur wenig Zeit. Die nutzt sie für Sport, vor allem zum Klettern, geht auch mal in den Wald zum Pilze sammeln oder lernt die Umgebung kennen, unter anderem war sie schon in Saarbrücken oder Saarlouis.

Neu eingestiegen ist im Rahmen des deutschen Freiwilligen ökologischen Jahres Lucas Robinius „Wir hatten auch noch weitere Bewerbungen aus Frankreich, aber den mussten wir mangels einer geeigneten Unterkunft absagen“, berichtete Andreas Kiefer. Der Siersburger gehört dem Vorstand der Stiftung an und betreut vor allem das Itzbacher Projekt. Den Bau eines neuen Betriebsgebäudes für die Stiftung (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite) will Kiefer auch als langfristiges Bekenntnis der Stiftung zum Standort verstanden wissen.

Quelle:
Saarbrücker Zeitung (ePaper)_17./18.01.26; Saarlouis – Lokales

Betriebsgebäude der Karsten-Nendel-Stiftung macht Fortschritte

Siersburg · Gute Fortschritte macht das neue Betriebsgebäude, das die Karsten-Nendel-Stiftung seit Juni 2025 im Siersburger Itzbachtal errichtet. Um Pfingsten soll der rund 750 000 Euro teure Neubau eröffnet werden.

Stiftungsvorstand Andreas Kiefer und der ehemalige Bürgermeister Martin Silvanus im künftigen Schulungsraum. Foto: Oliver Morguet

Von Oliver Morguet

„Wir brauchen wegen unserer Tierhaltung die Anerkennung als landwirtschaftlicher Betrieb, deshalb war das neue Gebäude notwendig, weil die bisherigen Räume nicht der Arbeitsstättenverordnung entsprachen.“

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes Itzbachtal: „Eine extensive landwirtschaftliche Nutzung ist der beste Naturschutz“, betont Martin Silvanus. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Rehlingen-Siersburg engagiert sich ehrenamtlich im Projekt der Stiftung. 

Neue Räume für Betrieb, Personal und Fuhrpark

Im Neubau, an dem ausschließlich regionale Firmen beteiligt waren, stehen nun eine Werkstatt und eine Halle für den Fuhrpark, Büro- und Personalräume wie Umkleiden, Toiletten und Duschen zur Verfügung.

Besonders stolz ist Andreas Kiefer vom Stiftungsvorstand auf den Schulungsraum im ersten Obergeschoss: „Wir haben als Stiftung auch einen Bildungsauftrag, deshalb möchten wir in den neuen Räumen der Bevölkerung von wissenschaftlichem Personal Einblicke in die Natur und die Ökologie geben“, betont er.

Lesen sie hier mehr:
Saarbrücker Zeitung

Internationale Unterstützung im Itzbachtal: Erstes französisches Freiwilligenjahr bei der Karsten-Nendel-Stiftung

Französisches Freiwilligenjahr bei der Karsten-Nendel-Stiftung: Julia Schallenberg bei Naturschutzarbeiten im Itzbachtal

Die Karsten-Nendel-Stiftung in Siersburg geht einen weiteren Schritt in Richtung internationaler Zusammenarbeit:

Erstmals ist die Stiftung offiziell als Arbeitsstätte für das französische Pendant zum Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) gelistet. Mit Julia Schallenberg absolviert nun die erste Teilnehmerin dieses Programms ihr Freiwilligenjahr im Projekt „Ökologische Aufwertung des Itzbachtals“.

Die Stiftung engagiert sich seit Jahren aktiv im Naturschutz und in der nachhaltigen Entwicklung der Kulturlandschaft rund um den Itzbach. Dazu zählen unter anderem extensive LandwirtschaftPflege von GrünflächenGehölzarbeiten, Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität sowie praktische Naturschutzarbeit direkt vor Ort. Das Freiwilligen Ökologische Jahr hat sich dabei als wertvolle Unterstützung etabliert – sowohl für die Projekte der Stiftung als auch für die persönliche und fachliche Entwicklung der Teilnehmenden.

Mit der Aufnahme in das französische Freiwilligenprogramm wird dieses Engagement nun auf eine grenzüberschreitende Ebene erweitert. Das französische Pendant zum deutschen FÖJ verfolgt ähnliche Ziele: jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich praktisch im Umwelt- und Naturschutz einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und wertvolle Erfahrungen in ökologischen Projekten zu sammeln – oft auch außerhalb des eigenen Landes.

Julia Schallenberg ist im Itzbachtal aktiv in die laufenden Maßnahmen eingebunden und lernt dabei sowohl die naturschutzfachlichen Grundlagen als auch die Besonderheiten der Stiftungsarbeit kennen. Der Austausch über Ländergrenzen hinweg bereichert dabei nicht nur die praktische Arbeit, sondern auch das gegenseitige Verständnis für Umwelt- und Naturschutz in Europa.

Die Karsten-Nendel-Stiftung freut sich über diese neue Form der Zusammenarbeit und sieht darin eine wertvolle Ergänzung zu den bestehenden FÖJ-Angeboten. Sie unterstreicht den offenen, zukunftsorientierten Ansatz der Stiftung und stärkt zugleich den europäischen Gedanken im praktischen Naturschutz.