Die Menschen für die Natur begeistern

Siersburg · Die Karsten-Nendel-Stiftung hat sich neben dem Erhalt der Kulturlandschaft und der Verbesserung der Artenvielfalt im Itzbachtal auch die ökologische Bildung auf ihre Fahnen geschrieben und dafür in Siersburg ihr erstes Kompetenz- und Schulungszentrum eröffnet.

Der Stiftungsvorstand mit Andreas Kiefer, Tanja Porsch, Claas Nendel und Maya Zippel (von links) begrüßten zur offziellen Eröffnung viele Ehrengäste, darunter auch die Landesminister Petra Berg (Fünfte von rechts) und Reinhold Jost (Dritter von rechts). Foto: Oliver Morguet

Von Oliver Morguet

„Wir sind sehr stolz auf das, was wir hier auf die Beine gestellt haben“, freute sich Claas Nendel, Vorstandsvorsitzender der 2015 von seinem 2024 verstorbenen Vater Karsten gegründeten und nach ihm benannten Stiftung bei der offiziellen Eröffnung des neuen Kompetenz- und Schulungszentrums in der Gisinger Straße in Siersburg. „Wir möchten hier Menschen aller Altersgruppen, vom Kindergartenkind bis zu Erwachsenen, für die Natur begeistern.“ Dazu sind Vorträge, Seminare und Workshops geplant.“

Hinter dem Haus wurde für die Gäste beim Tag der offenen Tür gegrillt. Foto: Oliver Morguet

Claas Nendel dankte allen, die zum Gelingen des neuen Zentrums beigetragen hatten, vor allem den beiden Stiftungsvorstandsmitgliedern Andreas Kiefer und Tanja Porsch, dem ehemaligen Bürgermeister von Rehlingen-Siersburg, Martin Silvanus, und den am Bau beteiligten Firmen. Er stellte den Besuchern die Arbeit der Stiftung in Sierburg kurz vor. Betreut werden rund 75 Hektar Fläche im Itzbachtal: Wichtigstes Ziel ist die Verbesserung der Artenvielfalt und der Erhalt der Kulturlandschaft.

Dazu werden die Flächen mit Schafen, Ziegen und Rindern beweidet, es wurden Streuobstwiesen angelegt, und im Sommer 2025 haben junge Erwachsene im Rahmen eines internationalen Camps ein Freiluftterrarium zur Nachzucht gefährdeter Amphibien errichtet. Es wurden Eidechsenburgen als Lebens- und Rückzugsort für die heimischen Reptilien geschaffen, und im Sommer soll ein Freiluftterrarium hinzukommen, in dem die vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröte beste Bedingungen vorfinden soll.

Zur Eröffnung waren gleich zwei Landesminister gekommen: Innenminister Reinhold Jost, der an dem Projekt selbst noch als ehemaliger Ortsvorsteher von Siersburg mitgewirkt hatte, und Umweltministerin Petra Berg (beide SPD). Jost dankte der Stiftung für ihren Einsatz für die Natur- und Kulturlandschaft im Itzbachtal. Der naturpädagogische Ansatz sei bei Weitem noch nicht ausgeschöpft und könne jetzt durch das neue Zentrum vorangebracht werden. Zudem sei der Bau ein Beitrag zur Wertschöpfungskette in der Region Siersburg, da alle Umsätze hier generiert worden seien.

Umweltschutz diene vor allem der Bewahrung der Schöpfung

„Wir können heute die Früchte ernten, die sie alle gesät haben“, lobte Berg die Stiftung und alle beteiligten Akteure. Gelebter Umweltschutz diene vor allem dazu, die Schöpfung zu bewahren. Das Zentrum sei bestens geeignet, dafür Verständnis zu entwickeln. Sie hoffe, junge Leute würden sich für das Thema begeistern und in ihren Ortschaften aktiv werden. „Die Stiftung bewegt viel, und deshalb sind wir sehr stolz auf sie“, betonte Bürgermeister Joshua Pawlak, der sich bei vielen Projekten ein Bild von der Arbeit vor Ort gemacht hat.

Ingo Flach, Pfarrer der Pfarrei Niedtal, segnete das Gebäude, das der Bewahrung der Schöpfung diene, was ein ganz wichtiges Anliegen sei. Die Segnung sei eine Zusage Gottes, im Alltag zugegen zu sein. Da es für solche Zentren keine fertigen Segensgebete- oder wünsche gebe, habe er selbst eins aus dem für einen landwirtschaftlichen Betrieb und dem für eine Bildungsstätte kombiniert. Am Tag nach der offiziellen Eröffnung hatte die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, bei einem Tag der offenen Tür einen Blick hinter die Kulissen des neuen Gebäudes zu werfen und sich über die Stiftung zu informieren. (hcr/sm)

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 01.06.26, hier gehts zum Original